BUJ Interview – Georg von Bronk, HOCHTIEF AG

Avatar jvadmin | September 11, 2018

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Georg von Bronk (HOCHTIEF AG), Vorstandsmitglied des BUJ: Veränderung im Berufsbild des Unternehmensjuristen

Wir nehmen zum Teil gar nicht so sehr wahr, was sich schon verändert hat. Wenn wir nur einfach einmal auf das Verhältnis Sekretärin zu Juristen schauen: wie sehr durch den sukzessiven Einsatz immer weiterer Technologien das Support weniger wird, weil von Juristen einfach selber mehr gemacht wird. Das ist sicherlich ein Punkt. Ein weiterer Punkt ist zu sehen, dass die Tätigkeit des Juristen jenseits das Themas Digitalisierung – sicherlich auch im Vergleich zu einem Zeitraum von vor fünf Jahren – schon insoweit deutlich anders geworden ist als dass wir viel mehr in die unternehmerischen Prozesse, viel früher in die unternehmerischen Prozesse, eingebunden sind.
Wir sind weniger als derjenige gefragt, der intelligente Rechtslösungen formuliert, sondern wir sollen die Lösungen präsentieren. Was nun die juristische Argumentation dahinter ist, interessiert niemanden, das heißt, wir sind schon, wenn wir „Unternehmensjurist“ sagen deutlich mit einer Stärkung des ersten Wortteils „Unternehmen“(s)-jurist da drin. Das Berufsbild insgesamt ist sehr viel anders geworden.

Ich denke, dass wir noch interdisziplinärer Arbeiten müssen, wir können uns nicht auf das juristische allein beschränken. Wir müssen höhere IT-Kompetenz entwickeln, sowohl im Umgang mit den Hilfsprodukten, die wir einzusetzen haben, als aber auch im Verständnis für die Produkte der Unternehmen, für die zugrundeliegende Technologie, da es einfach noch ein bisschen Know-how-Aufbau gefragt. Das heißt sicherlich auch, dass wir in vieler Hinsicht auch den jüngeren Kollegen, die typischerweise etwas affiner zu diesen Themen sind, viel deutlicher und viel schneller und stärker in die Unternehmensprozesse und Entscheidungsprozesse auch der Rechtsabteilungen eingehen.

Wir haben zwei Fachgruppen gerade eingerichtet: Legal Tech und Digitalisierung. Ich denke, das ist ein ganz hervorragendes Beispiel dafür, dass wir genau an den Kernpunkten der sich abzeichnenden Entwicklung ansetzen. Dass wir schon das tiefe Loch auch graben und sagen so was heißt das denn nun konkret – nicht in Schlagworten, sondern wirklich in einer tiefen Durchdringung der jeweiligen Problematik. Und da zeigt sich wieder der BUJ, der die Plattform gibt, Best Practice auszutauschen, darüber zu diskutieren, was ist es denn, was uns hier helfen kann. Ich glaube schon, dass um das etwas strapazierte Wort „alternativlos“ zu gebrauchen, hier in der Tat eine gewisse Alternativlosigkeit zu diesem Austausch im BUJ ist.

Die Gelegenheit mit den anderen Kollegen die Kommunikation zu verstärken, wirklich zu hören an ganz konkreten Dingen: wie läuft das bei Euch? Was ist Euer Vorschlag dafür? Wie stellt ihr Euch diesen Themen? – das ist hier schon das A und O eigentlich. Der reine Fach-Input, der auch hervorragend ist, tritt aber aus meiner Sicht hinter diesen Optionen ein bisschen zurück.


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